
Der im März vorgelegte Geschäftsbericht des ZF-Konzerns ist ein Offenbarungseid für Konzernpolitik und Profitmacherei auf Kosten der Belegschaften
Der Konzern schreibt wieder schwarze Zahlen. Vor ca. einem Jahr sah es noch ganz anders aus. Da stand ein Horrorszenario im Raum: rote Zahlen, schlechte Auftragslage, Einbruch der E-Mobilität. die Unternehmensführung drohte mit Massenentlassungen, Werksschließungen und forderte finanzielle Opfer durch die Belegschaften… „schlimmer geht´s nimmer“.
Die Belegschaften wollten sich durch diese Drohkulisse nicht einschüchtern lassen und forderten auf Kundgebungen auch am Standort Saarbrücken eine Umkehr in der Konzernpolitik hin zu zukunftsfähigen Geschäftsfeldern. Doch die Geschäftsführung wollte ein Weiter so. In verschiedenen Verhandlungsrunden wurden die Belegschaften zu massiven Zugeständnissen gezwungen, unter anderem Lohnverzicht durch nicht bezahlte Verkürzung der Arbeitszeit und die Vernichtung von tausenden Stellen in den nächsten Jahren soll fortgeführt werden.
Laut Geschäftsbericht 2025, den der Vorstandsvorsitzende Matthias Miedreich vorgelegt hat, soll die Welt bei ZF jetzt wieder in Ordnung sein. Es werden schwarze Zahlen geschrieben. Das Unternehmen habe das operative Ergebnis (Ebit), also das Kerngeschäft, verbessert. Auch im Saarland wurden die Erwartungen übertroffen. Woher kommt diese schnelle Gesundung der Lage?
Wer den Geschäftsbericht genau liest, kann erkennen, die Schieflage bei ZF liegt nicht an der Produktivität, den Leistungen der Belegschaften, sondern beim Management. Das sind Fehlinvestitionen vergangener Jahre, waghalsige Investitionen in betriebsfremde Geschäfte usw. und das viel zu lange Festhalten an der Verbrenner-Technologie, statt auf neue Zukunftsfelder und andere Antriebssysteme zu setzen. Nach dem Motto, für den Profit so lange als möglich den letzten Cent aus einer alten Technologie herauszuschlagen!
Mit dem, was den Beschäftigten abgepresst wurde, wurden laut Geschäftsbericht auch „Finanzverbindlichkeiten“ (wohl aus „faulen Geschäften“ des Managements) getilgt. Das freut die Unternehmensführung ganz besonders.
Die Beschäftigten von ZF wissen: Der jetzt von der Geschäftsführung gepriesene Erfolg wurde auf ihrem Rücken erarbeitet. Diese Lehre werden sie nicht vergessen.
Belegschaften und Gewerkschaften brauchen mehr Kontrolle, mehr demokratische Rechte und Mitbestimmung über strategische Unternehmensentscheidungen und Investitionen. Die Profite müssen komplett in den Aufbau von neuen zukunftsfähigen Geschäftsfeldern eingesetzt werden.

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