Tarifrunde 2026: Solidarität, Anpacken, Stärke zeigen

Die Tarifrunde in der Metallindustrie hat gerade begonnen, da kommen die Metall-Unternehmer mit ihrer alten Leier, die Industrie sei nicht „wettbewerbsfähig“, die Lohnkosten seien viel zu hoch. Wieder einmal werden die Beschäftigten zu Sündenböcken abgestempelt – zu teuer, zu oft krank, zu faul.
Auf der anderen Seite erleben die Beschäftigte gerade, wie ihnen die Preisexplosion an der Zapfsäule, bei Mieten und an der Supermarktkasse zu schaffen macht, wie bei einer Inflation von 3 Prozent ihre Kaufkraft zusehends schwindet.

Die Forderung nach mehr Lohn steht deshalb auf der Tagesordnung. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Angesichts der Belastungen für die Beschäftigten und ihre Familien ist das eine bescheidene Forderung. Neben Prozentpunkte und Laufzeit geht es in der Tarifrunde auch um Arbeitszeit und tarifliche Standards, Errungenschaften zu verteidigen. Das passt den Metall-Bossen nicht. Sie haben den Verhandlungstisch gleich nach der ersten Runde ohne ein Angebot verlassen. Der VW-Konzern verschärft mit seiner Kündigung von Tarifverträgen und allen Vereinbarungen des Haustarifs die Tarifauseinandersetzung zusätzlich.
Hinzu kommt der Sozialkahlschlag, den die Bundesregierung bei Gesundheit, Pflege und Renten und bei den Arbeitsgesetzen plant und schrittweise durchsetzen will und den die Beschäftigten und ihre Familien wegstecken sollen.

Dagegen regt sich Widerstand. 170.000 Metaller haben im September bundesweit gegen die Angriffe des Kapitals protestiert. 12.000 Kolleginnen und Kollegen haben beim DGB-Aktionstag am
26. September in Saarbrücken ein Signal gegen den Sozialkahlschlag gesetzt.
Nur zu Recht nehmen die Sozialproteste hierzulande und in Europa zu. Dahinter steht die Erfahrung, dass sich ohne Druck von unten, aus den Betrieben und auf der Straße nicht viel ändert. Gewerkschaften, Sozialverbände, eine breite soziale Bewegung sind zum gemeinsamen Handeln gefordert.

Nach wie vor werden auch in der Automobilindustrie Milliarden Gewinne erwirtschaftet.
Aber sie sprudeln nicht mehr so üppig wie früher. Doch Schuld an der Krise, in der einige Betriebe stecken, sind die Anteilseigner und die Automanager selbst. Sie sind entscheidungsschwach, investieren zu wenig und haben einige Märkte und Entwicklungen völlig falsch eingeschätzt. So lautet der Tenor nicht nur in Analysen der IG-Metall sondern auch von Experten wie der DAX-Konzern oder die Versicherungsbranche, die normalerweise eher das Unternehmerlager beraten. Sie sind nicht Krisenmanager sondern verschärfen diese. Die Sicherung kurzfristiger Profite und der Dividende – „Profit vor Mensch“ – hat für sie Vorrang.
Unsere Maxime ist: Mensch vor Profit!

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